Stimmtherapie – und nach sechs Wochen ist die Stimme wieder weg?!

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Warum Stimmtherapie alleine den Transfer in den Alltag oft nicht schafft

Selbst die besten Stimmübungen helfen wenig, wenn die Umsetzung des wieder erlernten ökonomischen Stimmgebrauchs, der entspannten Atmung und der optimalen Haltung durch bestimmte Verhaltens- oder Denkmuster im (Berufs-) Alltag verhindert werden.

Therapie vs. Alltag – Reality Check, please!

So kann die Sekretärin beispielsweise in der Therapie- bzw. Trainingssituation ihre Stimme klangvoll und gesund einsetzen, sobald sie jedoch wieder an ihrem Schreibtisch sitzt und, mit zwischen Schulter und Kopf eingeklemmtem Telefon, gestresst Kundengespräche führt, ist ihre Stimme resonanzarm und schnell ermüdet und am Ende des Tages heiser.

Würde man die Situationen, in denen die Stimme schlecht ist genauer betrachten, könnte man durch kleine Interventionen die Heiserkeit in den Griff bekommen. In diesem Fall beispielsweise durch kleine Haltungsänderungen, der Anschaffung eines Headsets und dem richtigen Umgang mit Stress.

Transfer möglich durch systemische Ansätze

Ebenso ein junger Lehrer der, aufgrund hohen Leistungsdrucks und eigenem Perfektionismus, gestresst seinen Unterricht durchführt. Seine körperlichen Reaktionen auf den Stress können ein erhöhter Muskeltonus, eine hohe Atmung und eine angestrengte Stimme sein. Dies resultiert auf lange Sicht ebenfalls in einer heiseren, wenig belastbaren Stimme. Diese eingespielten Muster werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch nach einer klassischen Stimmtherapie in der Unterrichtssituation wieder ausgelöst werden.

Dem jungen Lehrer könnte bereits eine Veränderung innerer Glaubenssätze („Ich muss perfekt sein.“) helfen, sich insgesamt zu entspannen und somit eine deutlich weniger angespannte Körperhaltung während des Unterrichts zu haben. Der Effekt auf die Stimme wäre sicher bereits ohne jegliche Stimmübung hörbar.

Der beste Weg: Eine Kombination verschiedener Therapie- und Coachingformen

Diese Beispiele machen deutlich: Die Arbeit an der Stimme muss immer auch die Verhaltensmuster des Klienten, sein Umfeld und psychische Komponenten einbeziehen, um einen langfristigen Erfolg erzielen zu können.

Die gute Nachricht: auch alte Denk- und Verhaltensweisen kann man verändern.

Eine effektive Methode das funktionale Stimmtraining um eben diese Aspekte zu ergänzen und den Alltagstransfer sicher zu stellen, ist das systemische Coaching. Es ermöglicht dem Klienten, in Begleitung eines Coachs, die Veränderung von hinderlichen Denk- und Verhaltensweisen und somit den Einsatz der wieder erlernten gesunden und klangvollen Stimme im Alltag.

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  • […] Und wie so oft funktionieren die Übungen super im Trainingsraum, doch sobald der Patient in seiner gewohnten Arbeitsumgebung agiert, setzen auch alte, stimmschädigende Verhaltensmuster wieder ein. Schade, dass das wichtigste Arbeitsmittel der Lehrer und Dozenten nicht schon im Studium grundlegend trainiert und getestet wird – so mancher dauerhafte Ausfall und viel Frustration könnten vermieden werden! […]

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