Be a star – mit Präsenz und Strahlkraft in der Stimme

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Präsenz in der Stimme?!

Wofür brauche ich das? Reicht es nicht, wenn ich laut und deutlich spreche?!

Nicht unbedingt. Es kommt immer auf die Situation und meine Sprechabsicht an, wieviel Präsenz in der Stimme gebraucht wird. Und es ist gut, wenn man die Dosierung kontrollieren kann…
Bist Du schonmal Zug gefahren und hast unfreiwillig die kompletten geschäftlichen Verhandlungen über das Projekt XY Deines Mitreisenden zwei Reihen weiter mitgehört? Und trotz Deines spannnenden Buches kamst Du nicht wirklich weiter in Deinem Kapitel, weil Du nicht weghören konntest?

Sehr präsenter Stimmklang dringt direkt bis ins Ohr der Zuhörer vor. So eine Stimme ist ein-dring-lich und kann nicht überhört werden.

Wenn wir immerzu einen solchen Stimmklang benutzen, ist das auch manchmal nervig für unsere Mitmenschen, denn sie können schwer weghören, wenn wir in ihrer Nähe mit jemand anderem beispielsweise telefonieren.

Aber wenn wir möchten, dass uns jemand zuhört und unsere Botschaft auch wirklich bis ins Gehirn vordringt, ist ein gezielt eingesetzter präsenter Stimmklang sehr nützlich.

Gezielt eingesetzte Variation in der Präsenz innerhalb eines Satzes betont die wichtigen Worte und Aspekte und macht es den Zuhörenden leichter, die Bedeutung des Satzes zu erfassen.
Aber Vorsicht: Überdosierte Präsenz wird zu Schärfe in der Stimme und kann aggressiv oder tadelnd wirken!
Es gibt auch Situationen, in denen Präsenz in der Stimme nicht erwünscht ist: Wenn wir jemanden beruhigen möchten, eine entspannte Atmosphäre herstellen möchten, wenn wir unauffällig unserem Nachbarn etwas ins Ohr murmeln oder wenn unsere emotionale Botschaft zärtlich oder liebevoll ist.
Hier ist es gut, auch gezielt die Präsenz in der Stimme verringern zu können – logisch.


Was aber IST der Faktor „Präsenz“ im Stimmklang?


Rein physikalisch können wir sagen, dass es vor allem hohe und sehr hohe Frequenzanteile im Klang sind, die eine Deutlichkeit und Präsenz herstellen.

Wenn Du einmal Deine Stereoanlage mit einem Hörbuch oder einer Talksendung aufdrehst und an den Reglern für Höhen, Mitten und Tiefen drehst, kannst Du die Frequenzanteile in der Stimme des Sprechers oder der Sprecherin künstlich verändern und mal hören, was passiert:
Dreh mal die Höhen auf null und den Bass schön hoch! Das Ergebnis:

Dumpfer Klang, bei dem die Tiefen und unteren Mitten dominieren. Die Stimme wirkt weich und wattig. S-Laute, stimmlose Konsonanten und Atemgeräusche sind nicht mehr hörbar. Die Verständlichkeit ist schwach., man kann nur noch weiche Laute und Vokale wahrnehmen. Brillianz in der Stimme fehlt, die Stimmung des Sprechers ist schwer zu erraten.
Dreh jetzt den Bassregler runter und die Höhen rein!

Du hörst jedes kleine Atemgeräusch, Speichelgeräusche, Schmatzen, aber auch sehr deutlich alle Konsonanten. Was fehlt, ist Wärme. Die Stimme klingt dünn, flach und scharf, aufgeregte Gefühlsanteile sind vorhanden, aber die emotionale Tiefe fehlt.
Es ist also wichtig, dass die Präsenz ausgewogen eingesetzt wird. Zusätzlich zum warmen, entspannten Stimmklang, der Vertrauen und Kompetenz ausstrahlt. Hier gibt´s dazu Tipps, besonders wichtig: Punkt 7!


Wie kann ich denn bei meiner eigenen Stimme die Regler bedienen?!


Die Regler für die präsenten Frequenzen in Deiner Stimme befinden sich in Deinem Gesicht!

Zusätzlich zu den Hauptartikulationswerkzeugen Kiefer, Lippen und Zunge haben wir unzählige Gesichtsmuskeln, mit denen wir die wildesten Grimassen ziehen können. Wenn wir sprechen, tun wir das meist auch nicht mit völlig ausdruckslosem Gesicht, sondern wir benutzen zusätzlich Mimik, um unsere Botschaft und Stimmung zu verdeutlichen. Diese Mimik hilft uns gleichzeitig, den Stimmklang präsenter und den Ausdruck differenzierter zu machen. Wieder einmal ist das natürlich auf emotionaler Ebene verknüpft: Ein trauriger Gesichtsausdruck macht einen traurigen Stimmklang – und Dein Lächeln hört man deutlich – auch am Telefon!


Was kann ich tun, um meine Präsenz zu erhöhen?


Trainiere die Beweglichkeit und Einsatzbereitschaft Deiner mimischen Muskeln. Natürlich am besten vor dem Spiegel: Die meisten Menschen sind überrascht, wie wenig sichtbar ist, auch wenn sie denken, sie würden schon sehr übertreiben mit Artikulation und Mimik. Schneide die wildesten Grimassen, reiße den Mnd so weit und breit auf, wie Du kannst. Mache ein Zitronengesicht und schau dann wieder ganz überrascht (Augen auf, Augenbrauen hochziehen, Mund zum „o“) – am besten mit der echten Emotion dahinter. Übe: traurig aussehen, wütend aussehen, strahlend lächeln, schmunzeln, streng gucken, ängstlich gucken, angeekelt und so weiter…

Ein Anheben der Gesichtsmuskeln (Lächeln bis zu den Augen, Hochziehen der Augenbrauen und Nasenflügel bewirken mehr hohe Frequenzen oder Brillanzen in der Stimme. Eine Öffnung des Mundes nach unten und ein entspanntes Gesicht entspannen auch den Stimmklang und betonen Wärme und Offenheit in der Stimme.
Probier es dochmal auf einem Vokal aus: Entspanne Deine Gesichtsmuskulatur und sprich ein langgezogenes „a“ . Während der Laut klingt, verändere Deine Mimik – Achtung, das „a“ soll auch eins bleiben! Aber innerhalb des Vokals gibt es viel Spielraum, der erforscht werden will!
Am besten funktioniert das Experiment mit „a“ oder „e“.
Je mehr Du diese Dinge ausprobierst, übst und bewusst machst, desto mehr benutzt Du auch die Gesichtsmuskeln in normalen Gesprächssituationen – Dein Sprechen wird insgesamt ausdrucksvoller und spannender.


Mal wieder: Intention ist alles!


Überlege, in welchen Situationen Du besonders präsent klingen möchtest und sei Dir im Klaren darüber, dass Du es schon ernst meinen musst mit dem Thema, das Du zur Sprache bringst. Stell Dir vor, es geht bei Deinem Wortbeitrag im nächsten Meeting um Leben oder Tod! Es ist WIRKLICH WICHTIG, dass alle wissen, was Du sagst!

Fasse einen klaren Gedanken, bevor Du sprichst und artikuliere ihn dann laut und deutlich.

Wähle auch den Zeitpunkt klug: Warte auf eine kleine Stille oder Beruhigung im Lautstärkepegel, bevor Du entschlossen Deinen Standpunkt vertrittst.
Sei also präsent im Moment und nimm klar Dich selbst und Deine Umgebung wahr. Lass Dich nicht von Befindlichkeiten, Zweifeln oder anderen (negativen) Emotionen ablenken, sondern konzentriere Dich auf Deine Botschaft und dein Publikum. Fokus bedeutet Präsenz auf allen Kanälen!
Sorge deswegen auch dafür, dass Du körperlich präsent bist, bevor Du loslegst, insbesondere wenn Du jemanden unterbrechen musst. Das unterstützt über die Atmung und Körperspannung Deine Stimme.

Was ist stimmliche Präsenz für Euch? Wie schafft Ihr es, dass Euch alle zuhören?! Kommentiert doch mal!

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