Business-Stimme vs. private Stimme – gibt es Unterschiede?

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Nutzt Du Deine Stimme immer auf die selbe Art und Weise oder setzt Du Deine Stimme im privaten Umfeld anderes ein als im beruflichen Kontext? 

Eine spannende Frage! Immerhin haben wir im beruflichen und privaten Umfeld – zumindest meistens – sehr unterschiedliche Rollen auszufüllen. Wir brauchen unsere Stimme also für unterschiedliche Aufgaben und wollen sehr wahrscheinlich auch unterschiedlich wirken: Im beruflichen Kontext hältst Du vielleicht Präsentationen, leitest Teammeetings, führst Kundengespräche und willst dabei souverän, überzeugend, professionell, kompetent und selbstsicher wirken. Und privat führst Du freundschaftliche Gespräche, hast ein offenes Ohr für Deine Freunde, musst manchmal trösten, manchmal aufheitern, bist auch mal richtig wütend und musst – beispielsweise mit Deinen Kindern – schimpfen, darfst verführen oder ausgelassen feiern und magst wohl eher sympathisch, vertraut, vielleicht lustig und loyal wirken. 

Das was allerdings den größten Unterschied ausmacht, sind wohl Deine Gesprächspartner – Deine Zielgruppe. So sind Dir Deine Zuhörer im privaten Bereich im Allgemeinen vertraut, Du weißt, dass sie Dich mögen, Du kannst Reaktionen einschätzen, sie kennen Deine Stärken und Schwächen – und Du kannst Dich auf sie verlassen. 

Im beruflichen Kontext ist genau das oft anders: Deine Kollegen, Geschäftspartner und Kunden kennen meist nicht alle Deine Stärken und schon gar nicht Deine Schwächen. Du weißt – im Gegensatz zu Deinen Freunden – nicht, was sie über Dich denken, ob sie Dich mögen und letztendlich weißt Du auch nicht, ob sie Dich angreifen oder aufnehmen. All das bringt eine Unsicherheit und Unkalkulierbarkeit ins Geschehen ein, wovon sich viele Menschen nur schwer distanzieren können. Es kann das Gefühl entstehen, sich verstellen zu müssen, gerade wenn Denkweisen wie „Ich bin nicht gut genug.“ oder „Andere können das sowieso besser als ich.“ dazukommen.

Sicherheit, bitte!

Was passiert: Wir ziehen uns Masken auf, machen uns damit weniger angreifbar und verletzlich, zeigen kaum Gefühle und fühlen uns dadurch zunächst sicherer und haben das Gefühl souverän und professionell zu wirken. Klingt im ersten Moment ganz schick. Doch ist es tatsächlich so, dass wir professioneller, souveräner und kompetenter wirken, wenn wir ohne Emotion und ohne unser wirkliches „Ich“ sprechen? 

Denk einmal an die Menschen in Deinem beruflichen Umfeld, die wirklich souverän und kompetent auf Dich wirken. Die sich auf die Bühne oder vor ein Team stellen können und ihre Zuhörer wirklich erreichen und berühren. 

Richtig, das sind genau die Menschen, die ihre Persönlichkeit einbringen und ohne Fassade sprechen. Sie können Emotionen zeigen, finden sich auch „nicht perfekt“ ok und haben vor allem selbst das Gefühl, es wert zu sein dort stehen zu dürfen. 

Im privaten Umfeld – wenn es ein liebevolles, wohlwollendes und wertschätzendes Umfeld ist und uns nicht durch einschränkende Glaubenssätze Grenzen gesetzt werden – gelingt es uns viel leichter Gefühle zu zeigen, offen zu sprechen, „echt“ zu sein. 

Wie schaffen wir es, in den beruflichen Rollen zu überzeugen und ohne Maske souverän und kompetent zu wirken?

Zunächst einmal ist es wichtig, ein Bewusstsein dafür zu bekommen, wie Du tatsächlich wirkst. Oftmals liegen Welten zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung. Feedback erfragen von vertrauten Kollegen, Videoaufnahmen von Auftritten auf der Bühne und regelmäßige Reflexion können Dir erste Erkenntnisse bringen. Wie ist Deine Haltung und was sagt Deine Körpersprache Deinem Gegenüber? Machst Du Pausen oder sprichst Du so schnell und undeutlich, dass Dich Deine Gesprächspartner überhaupt nicht verstehen können und den Eindruck bekommen, dass Du so schnell wie möglich aus der Situation raus willst? Ist Deine Atmung entspannt oder so flach und hektisch, dass Deine Zuhörer Deine Nervosität geradezu spüren? Wie ist Dein Gesichtsausdruck? Schaust Du freundlich und offen oder – durch Konzentration, Angst vor Zurückweisung… – verschlossen und kritisch? 

Schau Dir sehr genau an, wie Du tatsächlich wirken möchtest, was und wen Du erreichen willst und welche der oben genannten Parameter Du dafür verändern kannst, willst bzw. musst. 

Und dann sei mutig und probiere Dich aus!

Our mind can take us over unless our heart is what’s running us. Tony Robbins

 

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